»Where Do We Go From Here?« – Ensemble Modern & Vimbayi Kaziboni

Mi. 31.05. • COMEDIA Theater • Introduction OLUZAYO 19 Uhr / Concert 20 Uhr

Das Ensemble Modern eröffnet unter der Leitung von Vimbayi Kaziboni das Festival. Erklingen werden vier Uraufführungen von vier Komponist*innen: Onche Rajesh Ugbabe (Nigeria), Michele Sanna (Italien), Gabriel Abedi (Ghana) und Yang Song (China).

Im Rahmen des Open Calls der NewMusicSA und des Zentrums für Aktuelle Musik Köln fiel die Wahl auf sie. Von den 130 Einschreibungen überzeugten ihre innovativen Konzepte, transkulturelle Musik zu schaffen, am meisten.

Während Onche Rajesh Ugbabe der Frage nachgeht, wie seine Vorfahren wohl mit den heute existierenden Instrumenten komponiert und musiziert hätten, kombiniert Michele Sanna ein selbstgebautes Instrument, den sogenannten „rebounder“ mit präpariertem Klavier und Percussion sowie mit drei Blasinstrumenten Horn, Trompete und Posaune.

Gabriel Abedis Werk basiert auf den musikalischen Traditionen der Ashanti aus Ghana und konfrontiert das dort gebräuchliche 12-14-saitige und lautenartige Instrument „Seperewa“ mit den modernen Instrumenten des Ensemble Modern. Yang Songs Werk ist inspiriert von der Oberton-Gesangstechnik “Umngqokolo” aus Südafrika und ein Versuch, volksmusikalische Elemente in eine zeitgenössische Musiksprache zu überführen.

Das Konzert wird live übertragen werden auf WDR 3.

Ensemble Modern

Das Ensemble Modern ist neugieriger Lautsprecher der Musik der Gegenwart: mutig, kompromisslos, energetisch. Ein unerlässlicher und ästhetisch polyglotter Verstärker zukunftsweisender Klangkonzepte. Es gehört weltweit zu den bekanntesten, führenden Formationen für aktuelle Musik. 1980 gegründet und in Frankfurt am Main beheimatet, prägen derzeit 18 Solist*innen die Aktivitäten des basisdemokratisch organisierten Klangkörpers. Die Musiker*innen aus neun Ländern entscheiden ihre Projekte gemeinsam, ebenso Kooperationen mit weiteren Künstler*innen und sämtliche ökonomischen Fragestellungen. Das ästhetische Spektrum des Ensemble Modern umfasst musik- und tanztheatralische Genres, multimediale Formen sowie Kammermusik, Ensemble- und Orchesterkonzerte. Regelmäßig tritt es in etwa 100 Konzerten weltweit bei renommierten Festivals und an herausragenden Spielstätten auf und erarbeitet etwa 70 Werke neu, davon 20 Uraufführungen.

@Wonge Bergmann

Vimbayi Kaziboni

Vimbayi Kaziboni wurde 1988 in Zimbabwe geboren und ist gegenwärtig künstlerischer Berater der Boston Lyric Opera, Artist-in-Residence des International Contemporary Ensemble und Professor für Orchesterstudien und zeitgenössische Musik am Boston Conservatory. Kaziboni hat Orchester auf der ganzen Welt in vielgelobten Aufführungen dirigiert – u.a. in der Carnegie Hall, der Royal Festival Hall, dem Lincoln Center, der Philharmonie de Paris, der Elbphilharmonie, der Oper Frankfurt und der Sala São Paulo.

Kaziboni, einer der führenden Interpreten zeitgenössischer Musik seiner Generation, hat mit vielen der prominentesten Komponist*innen unserer Zeit zusammengearbeitet, darunter Helmut Lachenmann, Steve Reich, George Benjamin, Heiner Goebbels, Augusta Read Thomas, George Lewis, Liza Lim, Morten Lauridsen, Dai Fujikura, Rebecca Saunders, Matthias Pintscher, Olga Neuwirth, Bruno Mantovani, Nicolaus A. Huber und Jacob TV.

Neben der Uraufführung neuer Werke in renommierten Konzerthallen und Festivals weltweit verbindet Vimbayi Kaziboni eine lange Zusammenarbeit mit zwei der führenden Klangkörper für zeitgenössische Musik: dem Ensemble Modern und dem Ensemble intercontemporain, wo er als Assistenzdirigent begann und mit dem er heute häufig als Gastdirigent zusammenarbeitet.

Michele Sanna

Michele Sanna ist 1981 in Cagliari (Italien) geboren. Er schloss sein Kompositionsstudium am “G. Verdi”-Konservatorium in Mailand bei Gabriele Manca sowie an der Accademia di Santa Cecilia in Rom bei Ivan Fedele ab. Er erhielt Stipendien des Berklee College of Music in Boston, der Ente Musicale Nuoro Jazz und der Regione Autonoma in Sardinien.
Seit 2010 arbeitet er mit zahlreichen Dirigenten, Solisten und Ensembles aus der ganzen Welt zusammen, wo auch seine Werke aufgeführt werden (u.a. Europa, USA, Japan). Neben seinen künstlerischen Tätigkeiten lehr er am Konservatorium “G. P. da Palestrina” in Cagliari, Jazz(komposition) und zeitgenössische Gitarrentechniken.
Sein Komponieren zeichnen sich durch Experimentieren von Instrumenten(grenzen) aus, so weitet er diese stets aus.

Gabriel Abedi

Der aufstrebende Komponist Gabriel Abadi (Jahrgang 1999) ist in Ghana geboren und in Italien aufgewachsen. Kürzlich hat er sein Kompositionsstudium am Konservatorium von Trient und Riva del Garda abgeschlossen. Nun ist er zurück nach Ghana gezogen, um traditionelle afrikanische, insbesondere ghanaische Musik, weiter zu durchdringen.
Mit seinen Werken möchte er einen neuen Klang in die Welt der klassischen Musik bringen, einen mit afrikanischer Identität, um so auch afrikanische Kulturen und Traditionen aufzuwerten. Es sei an der Zeit, dass auch Menschen mit afrikanischem Hintergrund einen globalen Einfluss auf die Welt der Klassik haben.
Zu Gabriels aktuellen Projekten gehören der Auftrag des Ensemble Modern für OLUZAYO, sowie ein Auftrag des African Art Music Commissioning Project in Lagos, Nigeria.

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Yang Song

Yang SONG 宋杨 wurde in der Inneren Mongolei (China) geboren und absolvierte nach ihrem Musikwissenschaftsbachelor einen Master in Kompositionstheorie. Danach schloss sie als Doktorandin ein Kompositionsstudium am Zentralen Musikkonservatorium Chinas bei Professor Guoping Jia ab. 2017 ergänzte sie ihre Ausbildung um die Meisterklasse für Konzertexamen von Professor Johannes Schöllhorn an der Hochschule für Musik Freiburg. Außerdem besuchte sie den “Cursus de Composition et d’Informatique Musicale” am IRCAM Paris, bei Thierry De May und arbeitet jetzt als Post-Doktorandin am Central Conservatory of Music.
Der niederländische Musikwissenschaftler, Frank Kouwenhoven, beschreibt ihre Arbeit als einzigartige Klangwelten: “She often manages to create new sounds that really make her music stand out. We, the listeners, really feel lifted up by her sounds”.

Onche Rajesh Ugbabe

Onche Rajesh Ugbabe ist ein nigerianischer Komponist, geboren und aufgewachsen in Nigeria, der in Accra, Ghana lebt. Er studierte Musikkomposition in Dartmouth College in den USA unter Jon Appleton, Larry Polansky und Charles Dodge und Musikethnologie.
Onche Ugbabes Werke umfassen sowohl die westliche klassische (Kunstmusik) Tradition als auch Jazz – mit besonderem Fokus auf deren Schnittmenge mit afrikanischen Musiktraditionen. Seine musikalischen Interessen spiegeln die Vielfalt seines nigerianischen Erbes und indischer Eltern wider.
Er interessiert sich sehr für die Erforschung des reichen traditionellen musikalischen Erbes Afrikas und für Möglichkeiten, wie dessen Tiefe und ihre vielfältigen musikalischen Ausdrucksmittel auf zeitgenössische Musikensembles und in neuen Kontexten angewendet werden können.